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Kulturgutrettung Ahrweiler – Restaurierung nach der Flut

Die Flutkatastrophe im Juli 2021 traf auch die Kunstsammlung der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit großer Wucht. Das damalige Sammlungsdepot mit rund 2.800 Objekten wurde überflutet. Gemälde, Skulpturen und andere Kulturgüter wurden durch Wasser, Schlamm und mechanische Belastungen schwer beschädigt, teilweise deformiert oder in ihrer Substanz gefährdet.

Seit 2023 bin ich an der Restaurierung und langfristigen Sicherung flutgeschädigter Kunstwerke aus Ahrweiler beteiligt. Mehrere Gemälde konnten inzwischen in meinem Kölner Atelier konserviert und restauriert werden. Für fünf Werke habe ich Restaurierungspatenschaften übernommen.

Die Arbeit ist bis heute nicht abgeschlossen. Zahlreiche Kunstwerke warten weiterhin auf ihre Restaurierung – darunter Gemälde, Skulpturen und Objekte, deren Schäden komplexe und oftmals sehr zeitaufwendige konservatorische Maßnahmen erfordern.

Mein Engagement beschränkt sich dabei nicht auf einzelne Restaurierungen. Regelmäßig bin ich auch vor Ort im Temporären Museumsdepot tätig und unterstütze konservatorische Arbeiten sowie Fragen rund um Depot und Bestandserhaltung. Im Rahmen der Kunstsprechstunde berate ich außerdem zu Kunstwerken, Schadensbildern und Möglichkeiten ihrer Erhaltung.

In den vergangenen Jahren habe ich zusätzlich mehrere Restaurierungspatenschaften übernommen – für Werke, deren Geschichte mit der Flut beinahe verloren gegangen wäre.

Die Kulturgutrettung im Ahrtal zeigt, dass Restaurierung nach einer Katastrophe kein kurzfristiger Einsatz ist. Sie braucht Zeit, Fachwissen und Zusammenarbeit.

Und sie geht weiter: Noch immer warten zahlreiche Kunstwerke aus der Flut darauf, gerettet zu werden.

Langzeitprojekte & komplexe Restaurierungen

Zu meinen langjährigen Projekten gehört seit rund 20 Jahren die konservatorische Betreuung der Schlosskapelle Myllendonk. Eine besondere Herausforderung stellen dort Gemälde auf konkav und konvex gewölbten Bildträgern dar. Ausgeprägte Schollenbildung und gefährdete Malschichten erfordern immer wieder individuelle Lösungen, langfristige Beobachtung und behutsame konservatorische Maßnahmen. Das Projekt wurde unter anderem in Zusammenarbeit mit der TH Köln und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz begleitet.

Zu den großen Aufgaben gehören ebenso Skulpturen und Figurengruppen in Kirchen. Trocknungsschäden, offene Fugen, gelockerte Fassungen oder massiver Schädlingsbefall durch holzzerstörende Insekten können historische Holzskulpturen erheblich gefährden. Gerade bei großen, schwer beweglichen Werken müssen Untersuchung, Sicherung und Restaurierung häufig direkt vor Ort geplant und durchgeführt werden.

Manche Restaurierungen dauern Tage. Andere begleiten mich über Jahrzehnte. Gerade komplexe Schadensbilder und ungewöhnliche Konstruktionen gehören zu den Aufgaben, bei denen Erfahrung, Beobachtung und individuell entwickelte Lösungen entscheidend sind.

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